BÜHNE - 4. Quartal 2018


Samstag, 13. und Sonntag 14. Oktober
(weitere Aufführungen am 20. und 21. Oktober)

11 und 17 Uhr (13.10. nur 17 Uhr)
Marionettentheater Schartenhof
MOZÄRTLICH: So machen es alle! 

Mozarts beliebte Oper Cosi Fan Tutte spielt im Neapel des 18. Jahrhunderts. Die jungen Offiziere Ferrando und Guglielmo rühmen sich, dass die beiden aus Ferrara stammenden Schwestern Dorabella und Fiordiligi, die sie über alles lieben, ihnen niemals untreu werden könnten. Don Alfonso, ein zynischer Mann von Welt, hat aber seine eigenen einschlägigen Erfahrungen und bietet darum Ferrando und Guglielmo ob ihrer Überzeugung eine Wette an. Beide gehen siegessicher darauf ein.


Währenddessen schwärmen sich die Frauen im Garten des Hauses gegenseitig von der unzerbrechlichen Liebe ihrer Partner vor, bis Don Alfonso scheinbar völlig aufgelöst hinzukommt und ihnen mitteilt, dass Ferrando und Guglielmo auf Geheiß des Königs in den Krieg ziehen müssen. In der folgenden Abschiedsszene besteigen die Männer, nun in Kriegsmontur, schließlich ein Schiff, besetzt von als Soldaten verkleideten Dorfbewohnern. Despina, das Hausmädchen und rechte Hand von Alfonso, versucht, Dorabella und Fiordiligi mit weisen Ratschlägen und Ansichten über Männertreue – insbesondere bei Soldaten – auf andere Gedanken zu bringen. Schon wenig später kehren Ferrando und Guglielmo, verkleidet als fremdländische Adlige, ins Haus zurück, wo sie auch sogleich beginnen, die Braut des jeweils anderen zu umschwärmen. Heftig zurückgewiesen, täuschen die beiden exotischen Gestalten ihren Selbstmord durch Gift vor und werden vom eilig herbeigerufenen Doktor (in Wirklichkeit die verkleidete Despina) in einer Parodie auf die Methoden des Wiener Arztes Franz Anton Mesmer „geheilt“. Die weitere, mitleidige Fürsorge wird in die Hände von Fiordiligi und Dorabella gelegt. Als die vermeintlichen Selbstmörder erwachen, fordern sie erneut einen Kuss und werden wieder abgewiesen.




Despina erklärt den Schwestern, dass man Liebe und Treue nicht so wichtig nehmen darf. Doch die Herzen der beiden Mädchen sind schon längst erweicht für die Fremden. In romantischer Atmosphäre „fällt“ zunächst Dorabella. Fiordiligi aber folgt noch ihren Gefühlen und beschließt, ihrem Guglielmo in den Krieg nachzuziehen. Sie wird aufgehalten von Ferrando. Er droht, sich zu töten, falls sie ihn nicht erhöre. Da gesteht sie ihm ihre Liebe. Eine Doppelhochzeit wird vorbereitet. Nachdem die Frauen den Ehevertrag unterschrieben haben, erklingt hinter der Bühne der Militärmarsch, der die „Heimkehr“ der Soldaten verkündet. Die verkleideten Ehegatten verlassen heimlich das Zimmer und kommen wieder, nun als Guglielmo und Ferrando. Voller zwiespältiger Freude werden die Männer in die Arme genommen. Don Alfonso spielt den angeblich Heimgekehrten den soeben besiegelten Ehevertrag zu, es kommt zu einer großen Eifersuchtsszene. Die beiden Frauen gestehen zerknirscht ihre Untreue, Ferrando und Guglielmo jedoch, die die Wette mit Alfonso verloren haben, decken ihrerseits den unfairen Schwindel auf. Alfonso befiehlt den vier jungen Menschen, einander zu umarmen und zu schweigen. Despina ist verwirrt und beschämt, dass Don Alfonso sie benutzt hat, tröstet sich aber damit, dass sie es mit vielen anderen genauso macht. Am Ende steht ein Loblied in C-Dur: Glücklich sei der Mensch, der alles nur von der besten Seite nimmt und trotz der Wechselfälle des Lebens, über die er lacht, die Ruhe bewahrt.

Schartenhof Eckelshausen 
voraussichtlich € 20 (erm. € 12)
Kartentelefon 06461 27 10
oder via Mail



Samstag, 20. Oktober von 10 bis 17 Uhr
Sonntag, 21. Oktober von 10 bis 13 Uhr

KulturKonkret - Kulturfundus Marktplatz Biedenkopf
WORKSHOP: Poetry Slam


Wie geht Poetry Slam? Wie schreibt man einen guten Text und wie trägt man diesen eigenen Text möglichst lässig dem Publikum vor? Florian Cieslik weiß nicht nur, wie es geht, er kann es auch super vermitteln. Schon 2017 hatten die Teilnehmer viel Spaß bei diesem Workshop. Die aktuelle Neuauflage wird am Nachmittag und Abend des 21. Oktober in einen öffentlichen Poetry-Slam im Rahmen der Abschlussausstellung von „KulturKonkret“ übergehen. Ab 15 Uhr ist jeder willkommen zu Musik- und Tanzvorführungen, Ausstellungen von Grafik und Fotografie und - natürlich - Poetry, die um die Ohren fliegt.

Die Teilnahme ist kostenlos
Anmeldung per E-Mail unter kultur@biedenkopf
phon, SMS oder WhatsApp: 0176 43060251
Kulturfundus, Marktplatz 15 




Samstag, 27. Oktober

20 Uhr - Bürgerhaus Biedenkopf
BÜHNENKLASSIKER: Maria Stuart

Im Jahre 1568 wird Maria Stuart, Königin von Schottland, wegen des Verdachtes auf Beihilfe bei der Ermordung ihres Gatten aus dem Land verjagt und flieht nach England. Sie erhofft sich Schutz bei Elisabeth I., der englischen Königin. Die aber muss um ihre Krone fürchten, da Maria selbst Ansprüche darauf hat. Deshalb lässt Elisabeth sie gefangen nehmen und in einem Schloss internieren. Die Handlung des Stücks setzt 19 Jahre später, drei Tage vor Marias Hinrichtung, ein.

Elisabeth ist als englische Königin mit nicht unanfechtbarer Legitimation in einer problematischen Situation. Lässt sie Maria am Leben, könnte diese ihr den Thron streitig machen, stimmt sie der Hinrichtung zu, fürchtet sie, als grausame Herrscherin dazustehen. Das Dilemma, nie auf ihre Gefühle hören zu dürfen, sondern immer als öffentliche Person agieren zu müssen, ist das Grundproblem, das Friedrich Schiller an ihr darstellt. Besonders betont wird dies dadurch, dass an sie als Frau eigentlich ganz andere Rollenerwartungen gestellt werden. Der Preis für die Macht ist ein nicht zu heilender Riss durch die Persönlichkeit.

Maria initiiert zuerst verschiedene Befreiungsversuche, die allesamt fehlschlagen. Nachdem ihre Hinrichtung unausweichlich ist, findet sie sich in ihr Schicksal und akzeptiert ihren Tod als gerechte Sühne für die Mithilfe beim Mord an ihrem Ehemann. An ihr demonstriert Schiller die drei Entwicklungsstufen des Menschen, die er im 24. der Ästhetischen Briefe anspricht:

„Es lassen sich also drei verschiedene Momente oder Stufen der Entwicklung unterscheiden, die sowohl der einzelne Mensch als die ganze Gattung notwendig und in einer bestimmten Ordnung durchlaufen müssen, wenn sie den ganzen Kreis ihrer Bestimmungen erfüllen sollen. […] Der Mensch in seinem physischen Zustand erleidet bloß die Macht der Natur; er entledigt sich dieser Macht in dem ästhetischen Zustand, und er beherrscht sie in dem moralischen Zustand.“ 
14 - 22 €. Preise, Vorverkauf, Abos etc. bitte erfragen bei Kultur- und Veranstaltungsring e. V. 




Freitag, 2. und Samstag, 3. November

19 Uhr - Herbstabende Schloss Biedenkopf
G'SCHICHTEN AUS WIEN
Ein Stück aus sieben Szenen von Günther Jahn
mit Zwischenspielen und Rahmenprogramm 

DAS THEATER, die Schauspieltruppe der vhs Marburg-Biedenkopf, hat sich erheblich verjüngt, und Autor/Schauspieler Günther Jahn hat ihr einen Text auf den neuen Leib geschrieben. Lassen wir den Altmeister selber zu Wort kommen:

"Beim Schreiben dieser kleinen Einführung ging mir durch den Kopf: Eigentlich könnte das Stück auch Geschichten aus einer großen Stadt heißen. Denn es stimmt: So etwas geschieht in jeder großen Stadt … und doch stimmt es auch wieder nicht. Es gibt Dinge, die passieren eben nur in Wien. Also stimmt der Titel doch, G'schichten aus Wien.


Woran liegt das? Ganz einfach: Die Wiener sind, auch heute noch, durch den Vielvölkerstaat der KuK-Zeit geprägt. Und in ihren Köpfen gibt es zwei Zimmer. Das vordere Zimmer ist ein schönes Wohnzimmer, gemütlich, aufgeräumt. Das Zimmer dahinter ist dagegen eine unaufgeräumte Rumpelkammer. In beiden dieser Räume lebt der Wiener. In welchem er sich gerade befindet, stellt man sehr schnell fest. Ob er gerade grantelt oder nicht – liebenswert ist er auf jeden Fall und humorvoll dazu.


Sie werden es merken, es gibt viel zu schmunzeln, aber auch Trauriges bei den G'schichten aus Wien, so ist es eben hier. Gespielt werden die Geschichten vom neuen Ensemble des DAS THEATER der vhs Marburg-Biedenkopf. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler überwiegen, und sie sind voller ungebremster jugendlicher Spielfreude!"

Eintritt 10 €




Freitag, 9. bis So., 11. November

19 Uhr - Herbstabende Schloss Biedenkopf
DIE DREI SCHWERTER
Eine Zeitreise in neun Szenen von Christoph Kaiser

Der Gelehrte und selbsternannte Philosoph Heinrich Böckler wünscht sich im Jahre 1752 in seiner Studierstube in Darmstadt nichts sehnlicher, als das wahre Wesen des Menschen zu ergründen, um darüber ein in seinen Augen längst überfälliges Buch zu verfassen. Am liebsten würde er dafür einmal durch verschiedene Zeiten reisen können, um mit eigenen Augen zu sehen, was in allen Zeiten gleich war und bleibt, als Quintessenz des Menschen an sich. Ein merkwürdiges weißes Wesen, mal Mann, mal Frau, ermöglicht ihm und seiner Enkelin Sophie diesen sehnlichsten Wunsch.

Um Heinrichs Sinnsuche zu erfüllen, sollen die beiden während sie durch die Zeiten reisen Ausschau halten nach drei Schwertern, die ihnen jeweils eine Botschaft übermitteln können. Wie zu erwarten, geht bei einer solchen Reise nicht alles glatt. Der Ausflug durch die Zeit unter Aufsicht der oder des Weißen als „Reiseführer“ führt sie unter anderem über ein darmstädter Krankenhaus des Jahres 2081, das Rom Neros, das alte Japan und das noch ältere Ägypten wieder zurück in ihre eigene Zeit. Zumindest Sophie wird dabei tatsächlich ihr größter Wunsch erfüllt. Heinrich Böckler zieht ein eher ungewolltes Fazit. Nur eines ist am Ende klar: Wer das weiße Wesen ist, oder war, oder wie auch immer man sagen soll. Zeitreisen erweisen sich hier als keine Pauschalreiseveranstaltung.

Eintritt 10 €




Sonntag, 9. Dezember

19 Uhr - Marktplatz Biedenkopf (Ziegenberg) und Oberstadt
WANDELTHEATER: Die Heinzelmännchen von Köln

Es ist ja inzwischen schon eine kleine Tradition in Biedenkopf, dass die Oberstadt einmal im Advent Aufführungsort der seltenen Form des Wandeltheaters wird. Auch dieses Jahr sind die Besucher eingeladen, mit den Darstellern des Schenkbarschen Hof Theaters eine Wanderung durch die nächtlichen Gassen der Oberstadt zu machen - dieses Jahr unter Mitnahme einer transportablen Leinwand, denn das Stück wird sowohl mit lebendigen Menschen als auch als Schattenfigurentheater inszeniert!

Da die Witterung nicht sicher vorhersagbar ist und besonders starker Wind die Handhabung der Leinwand unmöglich machen würde, beginnt das Wandeltheater dieses Jahr auf dem Ziegenberg nur mit einer kurzen Begrüßung und Einführung, das Spiel selbst beginnt nach der ersten Wandelstrecke vor dem Schenkbarschen Haus (Bei der Kirche 8), geht dann durch die Obergasse bis zur Kulturstube Zur sicheren Beule (Hintergasse 18). Bei extremer Witterung wie richtigem Sturm muss das Wandeltheater leider ausfallen, aber bei den normalen winterlichen Verhältnissen findet es wie gewohnt statt.

Unter der versierten Regie von Christoph Kaiser wurde in den vergangenen Jahren bereits Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Der kleine Häwelmann und Schuster Martin aufgeführt. Jetzt lässt der diesjährige Ubbelohde-Preisträger Die Heinzelmännchen von Köln los, um die Oberstadt zu erobern. In Reimen und Szenen erleben die Zuschauer die Geschichte der kleinen hilfreichen Geister und den Grund für ihr Verschwinden.


Die beliebten Heinzelmännchen haben ihre ersten Auftritt wohl in der mündlich überlieferte Geschichte Des kleinen Volkes Hochzeitsfest auf der Eilenburg, den die Gebrüder Grimm 1816 ihrer Sagensammlung einverleibten. Populär wurde aber erst zwanzig Jahre später die auf der Sage basierende Ballade des Malers und Dichters August Kopisch (1799–1853). Der transportierte die ursprünglich rheinländische Sage aus dem Siebengebirge nach Köln.

Kopisch, von Haus aus ein nicht untalentierter Maler, brach sich, knapp dreißigjährig, bei einem Schlittschuh-Unfall die rechte Hand. Da die Hand steif blieb, gab er die Malerei schweren Herzens und gegen den Willen seiner Familie auf und widmete sich fortan fast nur noch seiner zweiten Liebe, der Literatur. Daneben fand er Zeit zur Entdeckung der – man glaubt es kaum, aber irgendwer muss ja – Blauen Grotte auf der Insel Capri, und er erfand den "Berliner Schnellofen", einen tragbaren, spiritusbetriebenen Ofen zum Erwärmen kleiner Räume, vornehmlich auf Reisen, und ließ ihn patentieren. Irgendwie heinzelmännig …

Der Eintritt zum vorweihnachtlichen Wandeltheater ist wie immer frei, Startpunkt ist der Ziegenberg.




Mittwoch, 12. Dezember

20 Uhr - Bürgerhaus Biedenkopf
BURN OUT: Ich bin dann mal weg

Ein Komiker und Mensch am Ende seiner Kräfte: Körper und Seele können nicht mehr. Es ist dringend an der Zeit, etwas zu ändern, sich zu verändern. Es wird Zeit, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Was könnte Halt geben? Und was kann ein Mensch machen, um wieder bei sich selbst anzukommen? Hape Kerkeling pilgert nach Santiago de Compostela. Er setzt sich – wie viele andere auch – mit den psychischen und physischen Anforderungen einer solchen Pilgerreise auseinander und trifft ganz unterschiedliche Menschen.

In unnachahmlicher Weise beschreibt er amüsant und tiefsinnig zugleich seine und andere Weggeschichten. „Ich bin dann mal weg“ gehört zu den erfolg-reichsten Sachbüchern Deutschlands und führte monatelang die Bestsellerlisten an. Mittlerweile wurde es erfolgreich verfilmt, und nun endlich ist es auch auf der Bühne zu erleben.

Ein Stück für alle Menschen ab 13 Jahren, die Hape Kerkeling-Fans sind und auf der Suche nach sich selbst. Für alle, die dringend mal weg müssen oder mit Kolleginnen und Kollegen, Freunden und Freundinnen einen sehr unterhaltsamen und vergnüglichen Abend verbringen wollen. 

14 - 22 €. Preise, Vorverkauf, Abos etc. bitte erfragen bei Kultur- und Veranstaltungsring e. V. 


KUNST - 4. Quartal 2018


... bis in den Herbst

Buchhandlung Stephani Biedenkopf
VENEDIG: Mehr als Glas und Brücken

In der Galerie der Buchhandlung Stephani kann man über den gesamten Sommer hinweg eine kleine Fotoausstellung besichtigen. Gezeigt werden Venezianische Impressionen und Köpfe bekannter und unbekannter Menschen; fotografiert hat sie Schauspieler und Autor Günther Jahn, kein unbekannter Kopf in der Hinterländer Kulturszene.

Im Frühjahr 2018 besuchte der Autor und Schauspieler Venedig, diese seltsam spannende alte Stadt, die weltberühmt ist, ins Wasser hinein gebaut und nur etwa 75.ooo Einwohner zählt, jährlich aber von Millionen Touristen heimgesucht wird. Jahn nahm sich Zeit, blieb 10 Tage dort und begab sich auf die Suchte nach Stellen in dieser Wasserstadt, die vom Tourismus noch weitgehend verschont sind. Es gibt sie, diese Stellen, Günther Jahn fand sie und hat versucht, sie fotografisch festzuhalten.

Buchladen Stephani, Empore
Eintritt frei
Mo. - Fr. 9.30 - 18.30 Uhr (Sa. 9 - 3 Uhr)




Montag, 5. bis Freitag, 30. November 

Rathaus Biedenkopf
FOTOMONTAGEN: New Fakes and Old Lies

Der Engelbacher Künstler Arpan zeigt Neues aus seiner Werkstatt. Hier beschreibt er in eigenen Worten, was ihn zu seinen Arbeiten bewegt:

Dürfen wir unseren Augen trauen?


Wir orientieren uns hauptsächlich an den optischen Informationen, die uns unsere Augen liefern. Doch sehen wir die Welt tatsächlich so, wie sie ist? Oder sieht jeder eine andere Welt, weil das Gehirn die Informationen individuell interpretiert und nur sieht, woran man glaubt? Dann bekommt der Satz: "Ich glaube nur, was ich sehe" eine ganz neue Dimension.

Im Alltag funktioniert die Orientierung durch das Sehen meistens gut. Es sei denn es wurden mal wieder Verkehrsschilder getauscht. Dann müssen wir neu sehen, den Erinnerungsspeicher löschen und Informationen überschreiben.

Doch diese Ausstellung beschäftigt sich nicht mit dem Alltag. Wir betrachten die Welt ja oft nur auf Bildern. Bildern, die uns jemand anderes zur Verfügung gestellt hat und wir lernen langsam diesen Bildern zu misstrauen.




Die digitale Bildbearbeitung hat dazu geführt, dass der Wahrheitsgehalt der Bilder in Zeitungen, dem Fernsehen oder Internet nicht mehr garantiert werden kann. Schönheit entsteht am Computer und mit wenigen Klicks wird die Kanzlerin zum Aktmodell.





Bilder lügen

Lügenbilder zu schaffen beschäftigt mich seit über dreißig Jahren und ich brauche dazu keinen Computer. Meine Fotomontagen sind reine Handarbeit und bestehen aus alten Zeitungen. Obwohl ich mit Bildbearbeitungsprogrammen umgehen kann und sie auch nutze, schaffe ich meine Märchenwelten lieber mit Schere und Kleber.



Nur das zu verwenden, was ich finde, ohne es spiegeln, dehnen oder retuschieren zu können, macht diese Arbeit zu einer Reise ins Unbekannte. Ich weiß vorher nie, was durch mein Tun entsteht und muss tief in den Kaninchenbau eintauchen.
Ich hoffe Sie können mir dahin folgen.

Rathaus Biedenkopf (zu den regulären Öffnungszeiten)
Eintritt frei




Samstag, 17. & Sonntag, 18. November 

Bürgerhaus Biedenkopf
40 JAHRE KUNSTFREUNDE BIEDENKOPF: Kunstmarkt

Haben Sie ein schönes  kreatives Hobby oder ein entsprechendes Talent, das Sie gerne ausbauen und mit dem sie in einer Gemeinschaft mitwirken möchten? Über neue Mitglieder würde sich die Kunstfreunde Biedenkopf e. V. sehr freuen! Der Verein bietet kreatives Gestalten in verschiedenen Techniken an. Ausstellungen der künstlerischen Werke – wie sie in Biedenkopf alljährlich im November angeboten werden – sollen dazu dienen, der interessierten Öffentlichkeit Einblicke in die Vielfalt der künstlerischen Tätigkeiten zu geben.

Eintritt 2 €
Samstag von 13 bis 17.30 Uhr
Sonntag von 11 bis 17.30 Uhr

MUSIK - 4. Quartal 2018


Sonntag, 7. Oktober

17 Uhr - Herbstabende im Schloss Biedenkopf
Virtuose Gitarrenmusik von Italien bis Buenos Aires

Mit ihrem neuen Konzertprogramm entführen die beiden Gitarristen Peter Haagen und Jörn Martens ihr Publikum in die Vielfalt der Gitarrenmusik Italiens, Spaniens und Südamerikas. Dabei stellt das Duo Tänze und klassische Werke aus dem Süden Europas dem leidenschaftlichen Tango aus Buenos Aires und pulsierenden Rhythmen Brasiliens gegenüber.

Zum Auftakt erklingen Sonaten von Domenico Sarlatti, deren italienische Leichtigkeit das Publikum mitnimmt in weitere Werke von Gioacchino Rossini und Mario Gangi. Dieser schrieb die Suite Italiana, eine dreisätzige Tanzfolge in folkloristischer Prägung, während jener mit seiner bekannten Ouverture des Barbier von Sevilla zu hören ist.


Die spanische Musik wird vorgestellt durch Liedkompositionen von Federico Garcia Lorca, hier in Bearbeitungen des legendären Flamencogitarristen Paco de Lucia, gefolgt von Übertragungen aus den Ballettmusiken Manuel de Fallas für zwei Gitarren. Der zweite Teil des Programms steht dann zunächst im Zeichen Brasiliens, eröffnet von  Stücken der Komponisten Radames Gnattali, Egberto Gismonti und Paulo Bellinati. Mit Chiquina Gonzaga, Palhaco sowie Canhoto und anderen Stücken kommt südliches Flair auf.

Den schwungvollen Abschluss der Programmfolge bilden traditionelle und zeitgenössische Tangokompositionen aus Argentinien. Angeführt vom Tango Espanol und El Choco erklingen dann als 'Rausschmeißer' Tangos von Astor Piazzolla.

Hinterländer Geschichtsverein e.V. / Schlossverein Biedenkopf e.V.
6 € (Vereinsmitglieder 5 €)
Kartenreservierungen über das Hinterlandmuseum, via Mail 
oder Telefon: 06461 924651




Sonntag, 14. Oktober

17 Uhr - Herbstabende im Schloss Biedenkopf
Couperin fête son anniversaire 
Französische Barockmusik

Das Duo Torsten Greis (Blockflöte) und Michael Simon (Gitarre) spielen Suiten, Sonaten und Miniaturen zum 350. Geburtstag von Francois Couperin.

Einen kleinen Einblick gewinnen ins galante Musikleben am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV., zahlreiche Facetten musikalischen Ausdrucks menschlicher Stimmungen entdecken, Spielerisches, Ernstes, Unterhaltsames und Tiefgründiges erleben: Dazu laden die beiden Musiker mit ihrem außergewöhnlichen  Programm ein. Francois Couperin und seine Musikerfreunde Robert de Visée, Jacques Hotteterre, Joseph Bodin de Boismortier und andere treffen sich zur musikalischen Geburtstagsfeier im Schloss Biedenkopf.

Torsten Greis und Michael Simon sind seit vielen Jahren Kollegen an der Lahn-Dill-Akademie in Dillenburg und ebenso lange musizieren sie miteinander. Torsten Greis erwarb sein Diplom im Hauptfach Blockflöte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Michael Simon absolvierte sein Studium an der Musikhochschule in Frankfurt am Main mit dem staatlich geprüften Musikschullehrerexamen im Fach Gitarre. Aus ihren Unterrichtstätigkeiten sind in der Vergangenheit namhafte Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ hervorgegangen.

Hinterländer Geschichtsverein e.V. / Schlossverein Biedenkopf e.V.
6 € (Vereinsmitglieder 5 €)
Kartenreservierungen über das Hinterlandmuseum, via Mail 
oder Telefon: 06461 924651




Freitag, 19. Oktober

19 Uhr - Hospitalkirche Biedenkopf
Mendelssohn—Abend

Für einen Sommernachtstraum ist es um diese Jahreszeit bereits zu spät, aber das berühmte Werk des Meisters würde, weil konzertant, eh aus dem Konzept fallen (mit seinem berühmten Hochzeitsmarsch aber ganz sicherlich hervorragend zum Ort passen): Die Kantorei Biedenkopf und Dekanatskantor Edwin Plies gestalten eine Abendmusik mit Chor– und Orgelwerken von Felix Mendelssohn Bartholdy. 

Selber ein hervorragender Pianist und Organist, wurde Mendelssohn zu einem der bedeutendsten Musiker der Romantik und setzte als Dirigent neue Standards, die das Selbstverständnis des Dirigierens bis heute maßgeblich mitprägen. Daneben setzte sich Mendelssohn Bartholdy für die Aufführung von Werken Händels und Johann Sebastian Bachs ein. Damit trug er wesentlich zu ihrer Wiederentdeckung und zur Herausbildung eines Verständnisses für die „klassische“ Epoche der deutschen Musik bei. Er gilt als Mitbegründer der historischen Musikpflege und gründete das erste Konservatorium in Deutschland.
Evangelisch Lutherische Kirchengemeinde Biedenkopf
Der Eintritt ist frei, Spenden am Ausgang erbeten




... bis 20. Oktober

10 - 12 Uhr - Musikschule Salzbauer
WORKSHOP: Musik für alle


Im Rahmen des Jugendprojektes KulturKonkret der Stadt Biedenkopf können junge Musikfans hier jederzeit einsteigen: Unter Anleitung von Silvia und Thomas Salzbauer lernen sie, ein Instrument zusammen mit anderen in einer Band zu spielen. Anhand einfach zu spielender Stücke übt man auf seinem Instrument, am Ende steht ein Auftritt bei der Abschlussausstellung der KulturKonkret-Projekte am Sonntag, 21. Oktober, am Marktplatz. Die Teilnahme ist kostenlos.

Termine:
14./28. Juli, 11./25. August, 8./22. September, 6./20. Oktober

Anmeldung und Infos per E-Mail unter kultur@biedenkopf
phon, SMS oder WhatsApp: 0176 43060251
Musikschule Salzbauer 
Bachgrundstraße 7




Mittwoch, 24. Oktober

19.30 Uhr - Zirkuszelt bei der Grundschule Biedenkopf
PREISVERDÄCHTIG: Männer, rockend und singend


The Mangonuts, frisch nominiert für den Deutschen Rock und Pop Preis 2018, spielen im Oktober vor heimischem Publikum: Am 24.10. stehen sie anlässlich des 40jährigen Jubiläum der Grundschule Biedenkopf gemeinsam mit dem Hinterländer Männerensemble auf der Bühne. Ein weiteres Gig, dann ausschließlich mit den Obstlern, findet nach Weihnachten statt, am am Samstag, 29.12. in der Gaststätte Zur Luise.

Vorverkauf: Buchhandlung Stephani und Bürobedarf Hild




Sonntag, 28. Oktober

19 Uhr - Ev-Luth. Pfarrkirche Biedenkopf
SINGER-SONGWRITER: Haus&Düppers

Die Lieder von Haus&Düppers sind wie Tagebucheinträge. Sie sind authentisch und glaubwürdig. Es geht um die erste, die zweite und die große Liebe, um Sehnsucht, Angst und Trauer, um Trennung, Neuanfang, Geburt und Sterben, um neues und altes Leben, um gelebte Geschichte in beiden Deutschlands im Herzen Europas zwischen 1980 und heute.

Alle Menschen und Zeitgeschehen in den Liedern sind echt. Die beschriebenen Situationen wurden selbst erlebt oder sie wurden erzählt und aufgeschrieben. Doch niemals erfährt man einen Namen. Verraten wird keiner. Die Musik ist mal tragend und ruhig, dann wieder laut und druckvoll - sie ist melodisch, prägend und abwechslungsreich; handgemacht auf zwei Gitarren und Klavier; einstimmig und zweistimmig in Tenor und Bass.


Besucher von Haus&Düppers Konzerten beschreiben die Abende als besondere Erlebnisse, als eine Auszeit, in der eine Reise zu sich selbst gemacht werden kann. Lange und kurze Gespräche nach den Konzerten deuten immer wieder darauf hin, wie gut es den beiden Musikern gelingt, ihre Zuhörer dazu zu bringen, während der Lieder eigene Bilder und Erinnerungen zu durchleben.  Das ist die Idee.  Nicht mehr und nicht weniger.

Eintritt frei




Sonntag, 28. Oktober

17 Uhr - Herbstabende im Schloss Biedenkopf
HARFENKLÄNGE: Dowland's Delight

John Dowland, englischer Komponist und Lautenist der Renaissancezeit, wirkte acht Jahre lang am dänischen Königshof. Auch ein irischer Harfenist namens Charles O’Reilly („Carolus Orelli“) gehörte zur Hofkapelle. Es ist anzunehmen, dass die zwei Kollegen gemeinsam musizierten. Die Kombination von Laute und Harfe war zur damaligen Zeit sehr beliebt und viele Melodien Dowlands lassen sich hervorragend auf Harfe übertragen.

Im Konzert erklingen neben tänzerischen Kompositionen der englischen Renaissancezeit auch keltische Melodien. Bis ins 18. Jahrhundert war die Harfe das Nationalinstrument von Iren und Schotten. Der Barde Turlough O’Carolan, bis heute einer der bekanntesten Komponisten Irlands, traf sogar mit dem italienischen Barockmeister Geminiani zusammen, der damals in Dublin lebte. Freuen Sie sich auf einen abwechslungsreichen und vergnüglichen Abend mit melancholischen und heiteren Melodien, gespielt vom Meister Tom Daun auf diversen historischen Harfen.

Hinterländer Geschichtsverein e.V. / Schlossverein Biedenkopf e.V.
6 € (Vereinsmitglieder 5 €)
Kartenreservierungen über das Hinterlandmuseum, via Mail 
oder Telefon: 06461 924651




Mittwoch, 31. Oktober

19 Uhr - Evangelische Stadtkirche Biedenkopf
Abschieds-Orgelkonzert


Dekanatskantor Edwin Plies wird Orgelwerke verschiedener Meister und Epochen spielen, die ihm im Laufe seines Dienstes von Bedeutung waren.
Der Eintritt ist frei




Samstag, 1. Dezember

15 Uhr - Eiscafé Venezia, Biedenkopf
MUSIKWERKSTATT: Internationale Weihnachtslieder 

Die vom Duo Salzbauer geleitete Biedenkopfer Musikwerkstatt lädt zu einem Adventskonzert ins ein. Das Programm ist, ganz den jungen Musikanten entsprechend, bunt und vielfältig – hier kommt die Auflistung:

Klassische Stücke
Für Elise - Ludwig van Beethoven
Alla Turca - Anton Diabelli

Traditionelle Weihnachtslieder
Schneeflöckchen, Weißröckchen - Hedwig Haberkern, 19.Jhdt., Breslau
Jingle Bells - James Lord Pierpont, 19.Jhdt., Amerika

Modernes Weihnachtslied
Last Christmas - Wham 1984 - Großbritannien

Syrische Friedens-/Heimatlieder
Mautini - Mohammed Flayfel 20.Jahrhundert
Aatuna Altufu le - Rima Bendetli 2016

Chart- Songs
Cups - 2012 Anna Kendrik - Amerika
Havana - 2017 Camilla Cabello - Kuba

Eiscafé Venezia, Biedenkopf, Hainstraße
Eintritt frei




Sonntag, 2. Dezember

17 Uhr - Glaspavillon Velte, Eckelshausen
BENEFIZ: Klarinette mit Streichereinheiten 

Sollte man eine Künstlerpersönlichkeit wie die Ralph Mannos in wenigen Worten beschreiben, so wären Begriffe wie Leidenschaft, Bedingungslosigkeit, Kreativität und Emotionalität bestimmt dabei. Schon früh war dem Sohn eines sardischen Vaters und einer deutschen Mutter bewusst, dass Musik in seinem Leben eine entscheidende Rolle spielen sollte. Er begann als talentierter Jungstudent an der Musikhochschule Köln und kam bald als Stipendiat an die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Sehr früh folgte dann eine Anstellung als Solo-Klarinettist beim WDR , wenig später folgte  Ralph Manno der Einladung Sergiu Celibidaches zu den Münchner Philharmonikern. In dieser Zeit konnte er mit unzähligen renommierten Künstlern zusammenarbeiten.


Doch das Herz Ralph Mannos schlug so laut für das Zusammenwirken mit gleichgesinnten Musikern in kleineren Besetzungen, dass er sich zunehmend der Kammermusik widmete. So ist er Mitbegründer des international erfolgreichen ensemble incanto - das zu den weltweit besten Ensembles in der Besetzung Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier gehörte.

In Biedenkopf wird Manno von etwas kleinerer Besetzung begleitet. Das Ensemble besteht aus Erik Schumann (Violine 1), Ken Schumann (Violine 2), Liisa Randalu (Viola) und Michael Preuss (Violoncello). Gespielt werden Wolfgang Amadeus Mozart (Divertimento D-Dur KV 136 sowie das Klarinettenquintett A-Dur KV 581) und Franz Schubert (Streichquartett Nr. 6 D-Dur D 74).

Veranstalter: Eckelshausener Musiktage e. V.
Eintritt k. A.




Donnerstag, 13. Dezember

19.30 Uhr - AUE Eventhalle Biedenkopf
BENEFIZ: Swinging Christmas


TEXT - 4. Quartal 2018


Freitag, 12. Oktober

19 Uhr - Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
TRACHTEN-EINTRACHT: Einladung zur Diskussion

Im Rahmen der diesjährigen Herbstabende im Schloss Biedenkopf lädt Christoph Kaiser ein zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion über zwei von ihm verfasste Trachtenbücher. Seine beiden Werke Tracht als veränderliche Kleidung und Bauerntracht in Wandel und Beharrung sind unter Trachteninteressierten sehr unterschiedlich aufgenommen worden. Die Herangehensweise, nicht in erster Linie ältere Literatur zu zitieren sondern originale Bilddokumente und Augenzeugenberichte auszuwerten, und die damit verbundenen anderen Schlüsse, als sie bisher im Allgemeinen gezogen wurden, haben bei manchen Angehörigen von Trachtenvereinen und anderen Trachteninteressierten Unwillen und Widerspruch hervorgerufen, der aber nie öffentlich geäußert werden konnte, sondern eher unter der Hand mitgeteilt wurde.

Mit dieser Veranstaltung bietet der Autor jetzt explizit die Möglichkeit, offen Kritik zu üben, Fragen zu stellen und die in den Büchern erhobenen Behauptungen zu diskutieren. Christoph Kaiser wird zuerst noch einmal wie bereits bei früheren Vorträgen seine Thesen vorstellen und seinen Weg zur Beurteilung der bisherigen Literatur darstellen. Danach ist eine offene Diskussion ausdrücklich erwünscht und soll den eigentlichen Teil der Veranstaltung ausmachen. Eingeladen sind alle Fachpersonen aber auch interessierte Laien, Angehörige von Trachtengruppen und Angehörige der letzten Trachtenträgerinnen und alle Anderen, denen die Tracht am Herzen liegt.

Eintritt frei




Dienstag, 16. Oktober

19 Uhr - Rathaussaal, Biedenkopf
AUTORENLESUNG: Stephan Thome mit neuem Buch


Erfolgsautor Stephan Thome hat ein neues Buch geschrieben (das prompt für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert wurde) und kommt damit, treue Seele, ins heimatliche Biedenkopf. Verlagsvorschauen sind immer vollmundig - das müssen sie auch sein, schließlich sollen sie Lust auf mehr machen und zum Kaufen und Lesen des Buchs animieren. Jene zum Gott der Barbaren macht da keine Ausnahme und erfüllt ihren Zweck ganz hervorragend:

China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.

In seinem packenden neuen Buch erzählt Stephan Thome eine Vorgeschichte unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.

Update: Anders als noch im aktuellen Flyer angegeben, findet die Lesung im Biedenkopfer Rathaussaal statt. 

Eintritt: 10 € 
Vorverkauf: Tourist Info, Hainstraße 63, fon 06461 - 950 10
und Buchhandlung Stephanie, Hainstraße 47, fon 06461 - 21 88




Dienstag, 23. Oktober

19 Uhr - Rathaussaal, Biedenkopf
AUTORENLESUNG: Wladimir Kaminer fährt kreuz


Wladimir Kaminer, Autor von Russendisko und Militärmusik kommt nach Biedenkopf - nach Stephan Thome ein weiteres literarisches Schwergewicht - mit Kreuzfahrern im Reisegepäck.

Ein Kreuzfahrtschiff ist eine ganz eigene Welt. Der Reisende betritt eine schwimmende Oase des Glücks mit Bar, Tanzabenden und dem reibungslosen Übergang von einer Mahlzeit in die nächste. Und natürlich mit jeder Menge neuer Bekanntschaften. Aber auch an Land gibt es viel zu entdecken: von Putin-Schokolade in St. Petersburg, über falsche Götter auf der Akropolis bis zu verrückten karibischen Taxifahrern.

Eintritt: 10 € 
Vorverkauf: Tourist Info, Hainstraße 63, fon 06461 - 950 10
und Buchhandlung Stephanie, Hainstraße 47, fon 06461 - 21 88




Donnerstag, 25. Oktober

19 Uhr - Buchhandlung Stephani, Biedenkopf
LYRIK-LESUNG: 20 Gedichte


Mit seinen Auftritten gewann er nasskalten Herbstabenden Wärme ab und dunklen Winterabenden eine gute Portion Helligkeit: Über mehrere Jahre hinweg war der Schauspieler und Vortragskünstler Wilhelm Wünnenberg immer zuverlässig dann zur Stelle, sobald die Tage kürzer wurden. Und immer kam er mit den – jeweils in der Buchhandlung Stephani gehaltenen – Biedenkopfer Lyriklesungen im Gepäck.

Mal widmete er sich einzelnen Autoren wie Kurt Tucholsky oder Heinz Ehrhardt, dann brillierte er (dies wegen des großen Erfolges gleich zweimal) mit Interpretationen beliebter, aber auch weniger bekannter Balladen. Manchmal nahm er, wie mit den Gedichten des Expressionismus, eine ganze Gattung ins Visier, dann wieder warf er ein Schlaglicht auf dichtende Frauen in der Romantik. Und nie war es nur das Gedicht, der Text, die Wünnenberg präsentierte; stets stellte er die dargebotenen Werke in deren zeitgeschichtlichen Kontext, immer erfuhren seine begeisterten Zuhörer Wissenswertes und Launiges zum Leben der Dichterinnen und Dichter.




Dann, im Januar dieses Jahres, war unerwartet Schluss. Er spüre das Alter, verkündete Wünnenberg, die langen Autofahrten zu den Veranstaltungen durch nassschwarze Nächte beanspruchten ein hohes Maß an Konzentration, und sicherlich hat er Recht: Mit achtzig Jahren muss man nicht mehr auf Welttournee gehen, so sehr die Fans das Ausbleiben des Künstlers auch bedauern. Aber einen würdigen und dankbaren Abschied wollen sie ihm doch gerne noch bereiten. Weshalb BIDKultur e. V. und Stephani (mit pochenden Herzen) sich entschlossen, Wilhelm Wünnenberg zu einem offiziell letzten Lyrikabend nach Biedenkopf einzuladen.

Und Wünnenberg nahm an: Zwanzig seiner Lieblingsgedichte wird er vortragen, um im Anschluss daran in einem von BIDKultur moderierten Gespräch ein wenig zu plaudern: Über die Schauspielerei, über seinen Hang zur Lyrik, über Lieblingsdichter und Geht-gar-nicht-Dichter, und nicht zuletzt ein wenig über sich selbst und sein Künstlerleben.

Der Eintritt zum Lyrikabend kostet 5 Euro, Zuschauer und Zuhörer erwartet ein kleiner Sektempfang. Da das Platz- und damit Kartenkontingent begrenzt ist, bitten die Veranstalter um Voranmeldung bei der Buchhandlung Stephani.

Eintritt 5 €
Ticketreservierung: Buchhandlung Stephani, Biedenkopf




Dienstag, 30. Oktober

19 Uhr - KulturFundus, Marktplatz 15, Biedenkopf
AUTORENLESUNG: Modische Legende


"Ich mache keine Mode. Ich bin die Mode": Das Zitat stammt von Coco Chanel, der berühmten Modezarin. Michelle Marly porträtiert sie in ihrem neuesten Roman, der sich langsam, aber stetig unzählige Leserherzen eroberte.

Paris, 1919: Coco Chanel ist es gelungen, ein erfolgreiches Modeunternehmen aufzubauen. Doch als ihr Geliebter Boy Capel bei einem Unfall stirbt, ist sie vor Trauer wie gelähmt. Erst der Plan, ihrer Liebe zu ihm mit einem Parfüm zu gedenken, verleiht ihr neue Tatkraft. Auf ihrer Suche danach begegnet sie dem charismatischen Dimitri Romanow. Mit ihm an ihrer Seite reist Coco nach Südfrankreich und kommt schon bald dem Duft der Liebe auf die Spur.

Eintritt: 10 € 
Vorverkauf: Tourist Info, Hainstraße 63, fon 06461 - 950 10
und Buchhandlung Stephanie, Hainstraße 47, fon 06461 - 21 88

TRADITION - 4. Quartal 2018


noch bis 3. Oktober

17 Uhr - Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG - Kindheit im Hinterland
Ausstellung vom 21. Juni bis 3. Oktober


In der Sonderaustellung werden vorrangig Spiele, Spielzeuge und Bücher präsentiert, die früher in der Kindheit eine Bedeutung hatten. Zu sehen ist unter anderem von den Eltern selbst gefertigtes oder gekauftes Spielzeug, mit dem die Kinder das Erwachsenenleben „üben“ konnten. Mädchen sollten auf ihre Rolle als Ehefrau, Hausfrau und Mutter vorbereitet werden und bekamen daher Puppen, Puppenhäuser und Geschirr geschenkt.

Kriegsspielzeuge, strategisches und technisches Spielzeug bereiteten die Jungen auf ihre Rolle in der Gesellschaft vor. Bücher für Kinder hatten vorrangig die Aufgabe, sie mit mahnenden Worten auf Verfehlungen hinzuweisen bzw. sie hiervor zu bewahren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Berichte aus der Kindheit von damals. Sie zeigt nicht nur Exponate des Hinterlandmuseums, sondern auch Leihgaben aus der Bevölkerung.

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf, Zum Landgrafenschloss 1, 35216 Biedenkopf




Freitag, 12. Oktober

19 Uhr - Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
TRACHTEN-EINTRACHT: Einladung zur Diskussion


Im Rahmen der diesjährigen Herbstabende im Schloss Biedenkopf lädt Christoph Kaiser ein zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion über zwei von ihm verfasste Trachtenbücher. Seine beiden Werke Tracht als veränderliche Kleidung und Bauerntracht in Wandel und Beharrung sind unter Trachteninteressierten sehr unterschiedlich aufgenommen worden. Die Herangehensweise, nicht in erster Linie ältere Literatur zu zitieren sondern originale Bilddokumente und Augenzeugenberichte auszuwerten, und die damit verbundenen anderen Schlüsse, als sie bisher im Allgemeinen gezogen wurden, haben bei manchen Angehörigen von Trachtenvereinen und anderen Trachteninteressierten Unwillen und Widerspruch hervorgerufen, der aber nie öffentlich geäußert werden konnte, sondern eher unter der Hand mitgeteilt wurde.

Mit dieser Veranstaltung bietet der Autor jetzt explizit die Möglichkeit, offen Kritik zu üben, Fragen zu stellen und die in den Büchern erhobenen Behauptungen zu diskutieren. Christoph Kaiser wird zuerst noch einmal wie bereits bei früheren Vorträgen seine Thesen vorstellen und seinen Weg zur Beurteilung der bisherigen Literatur darstellen. Danach ist eine offene Diskussion ausdrücklich erwünscht und soll den eigentlichen Teil der Veranstaltung ausmachen. Eingeladen sind alle Fachpersonen aber auch interessierte Laien, Angehörige von Trachtengruppen und Angehörige der letzten Trachtenträgerinnen und alle Anderen, denen die Tracht am Herzen liegt.

Eintritt frei




Freitag, 26. Oktober

19 Uhr - Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
VORTRAG: Die Burgenlandschaft des Hinterlands


Auf den ersten Blick wird man das Hessische Hinterland sicherlich nicht zu den klassischen Burgenlandschaften zählen und der Vergleich mit dem Burgenreichtum im Welterbegebiet Oberes Mittelrheintal oder dem pfälzisch-elsässischen Grenzraum führt eher zu Irritationen. Ungeachtet dessen zeichnet sich die Region zwischen den Städten Wetzlar und Gießen in Süden und dem Edersee im Norden durch eine beeindruckende Dichte an mittelalterlichen Wehr- und Wohnbauten aus.

Die wechselvolle Geschichte der Burgen, Schlösser und Adelssitze wurde jüngst in einer Veröffentlichung vorgestellt. Entdecken Sie gemeinsam mit dem Referenten eine eindrucks-volle, geschichtsträchtige Landschaft, die neben zahlreichen wenig bekannten, längst untergegangenen Adelssitzen auch burgenkundlich herausragende Objekte aufweist.

Referent Dr. Jens Friedhoff (Leiter des Stadtarchivs Hachenburg und Mitarbeiter des Europäischen Burgeninstitut Schloss Philippsburg in Braubach) ist Verfasser des Burgenbuchs Burgen, Schlösser und Adelssitze im Hessischen Hinterland.

Eintritt frei




Freitag, 26. Oktober

19 Uhr - Internationales Radiomuseum, Bad Laasphe
VORTRAG: Radiowahlkampf 1969


Am 21. August 1969 sprach Bundesaußenminister Willy Brandt dreißig Minuten auf dem Marktplatz in Biedenkopf; wenig später redete er auf dem Wilhelmsplatz in Laasphe - und auch hier blieb er nur kurz. Weitere Wahlkampftermine standen an ...

Die beiden Auftritte in Biedenkopf und Laasphe waren keine beliebigen Wahlkampfveranstaltungen, sondern der Auftakt von Willy Brandts Bundestagswahlkampf 1969. Brandt wurde von Hauptstadtjournalisten (aus Bonn) begleitet, von Fotografen und TV-Reportern. Ein Medienwahlkampf begann; jetzt wurde es ernst. Am Abend kam Biedenkopf sogar in der „Tagesschau“ vor – und acht Wochen später war Brandt der erste sozialdemokratische Bundeskanzler. Ein Epochenwandel.


Fast 50 Jahre später berichtet der Hamburger Medienwissenschaftler Dr. Hans-Jürgen Krug erstmals über die weitgehend vergessenen Anfänge des Wahlkampfes 1969. Vor der Veranstaltung Es begann in Biedenkopf und Laasphe führt Dr. Krug in die Grundlagen des Radiomachens ein. Zeitzeugen des Wahlkampfbeginns haben die Möglichkeit, ihre Erinnerungen gemeinsam aufzuzeichnen und für eine Radiosendung (Bürgerfunk) aufzubereiten. Um Anmeldung bei Hans Necker (02752 9798) wird gebeten.

Dr. Krug ist Autor der Bücher "Kleine Geschichte des Hörspiels" (2. Auflage 2008), "Radio" (2010), "Rapider Wandel. Über Medien und Massenmedien" (2015) oder "Grundwissen Radio" (2019). Er realisierte 2016 am Internationalen Radiomuseum die Radiocollage „Jenseits der Zentren. Radio in Wittgenstein und im Hinterland“ (Radio Siegen).

Eintritt frei
Internationales Radiomuseum
Bahnhofstraße 33
Bad Laasphe



BID [*jung] - 4. Quartal 2018


Mittwoch, 3. Oktober

11/12/14/15 Uhr - Hinterlandmuseum Biedenkopf 
Türen auf für die Maus!

Der Türöffner-Tag ist ein Tag, an dem Fans der Sendung mit der Maus für andere Maus-Fans ihre Türen öffnen können - Türen, hinter denen sich etwas Interessantes verbirgt und die sonst verschlossen sind. Erstmalig wurde der Türöffner-Tag im Juli 2011 bundesweit gefeiert, anlässlich des 40. Maus-Geburtstages.


Am Biedenkopfer Türöffner-Tag können Kinder (ab 9 Jahre) einen Blick hinter die ansonsten verschlossenen Depottüren des Hinterlandmuseums werfen. Dort wird ein großer Teil der Museumsobjekte aufbewahrt. Bei einer etwa einstündigen Veranstaltung kann verfolgt werden, wie ein „museumsreifer“ Gegenstand in das Museum gelangt, wie er gelagert wird und wie er den Weg wieder aus dem Depot in die Präsentation findet. Ausgerüstet mit weißen Baumwollhandschuhen, Seidenpapier, Papier, Stift, Maßband, Tinte, Schreibfeder sowie Nadel und Faden dürfen Kinder selbst einmal ein Objekt zur Lagerung oder zur Präsentation vorbereiten.

Schlossverein Biedenkopf e.V. 
Achtung: Die Zahl der Teilnehmer ist auf 32 begrenzt, um Anmeldung wird gebeten.
Anmeldung via Email




Sonntag, 18. November

18 Uhr - Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
GEISTERHAFT: Taschenlampenführung im Schloss 

Das Hinterlandmuseum lädt zu einer Führung ins Biedenkopfer Schloss ein ... im Schein vieler Taschenlampen! Erwachsenen Besuchern wird es Spaß machen, Vertrautes in einem neuen Licht zu sehen. Für kleine Besucher dürfte wohliges Gruseln garantiert sein. Und brüllendes Geschrei der Allerkleinsten, falls aus irgendeiner Ecke ein Burggeist stolpert...


Mit der traditionellen Taschenlampenführung endet auch in diesem Jahr die Besuchersaison des Hinterlandmuseums. Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnehmerzahl auf 25 Personen beschränkt. Daher ist eine telefonische Anmeldung bis zum 17. November 2018, 18.00 Uhr mit Teilnahmebestätigung erforderlich. Die Teilnahmegebühr (inklusive Eintritt) beträgt 2,- Euro.

Anmeldung unter 06461 / 924 651 oder via Email 
Taschenlampen sind bitte selber mitzubringen!




Sonntag, 9. Dezember

19 Uhr - Marktplatz Biedenkopf (Ziegenberg) und Oberstadt
WANDELTHEATER: Die Heinzelmännchen von Köln

Es ist ja inzwischen schon eine kleine Tradition in Biedenkopf, dass die Oberstadt einmal im Advent Aufführungsort der seltenen Form des Wandeltheaters wird. Auch dieses Jahr sind die Besucher eingeladen, mit den Darstellern des Schenkbarschen Hof Theaters (und deren Puppen) eine Wanderung durch die nächtlichen Gassen der Oberstadt zu machen.

Unter der versierten Regie von Christoph Kaiser wurde in den vergangenen bereits Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Der kleine Häwelmann und Schuster Martin aufgeführt. Jetzt lässt der diesjährige Ubbelohde-Preisträger Die Heinzelmännchen von Köln los, um die Oberstadt zu erobern. In Reimen und Szenen erleben die Zuschauer die Geschichte der kleinen hilfreichen Geister und den Grund für ihr Verschwinden.


Die beliebten Heinzelmännchen haben ihre ersten Auftritt wohl in der mündlich überlieferte Geschichte Des kleinen Volkes Hochzeitsfest auf der Eilenburg, den die Gebrüder Grimm 1816 ihrer Sagensammlung einverleibten. Populär wurde aber erst zwanzig Jahre später die auf der Sage basierende Ballade des Malers und Dichters August Kopisch (1799–1853). Der transportierte die ursprünglich rheinländische Sage aus dem Siebengebirge nach Köln.

Kopisch, von Haus aus ein nicht untalentierter Maler, brach sich, knapp dreißigjährig, bei einem Schlittschuh-Unfall die rechte Hand. Da die Hand steif blieb, gab er die Malerei schweren Herzens und gegen den Willen seiner Familie auf und widmete sich fortan fast nur noch seiner zweiten Liebe, der Literatur. Daneben fand er Zeit zur Entdeckung der – man glaubt es kaum, aber irgendwer muss ja – Blauen Grotte auf der Insel Capri, und er erfand den "Berliner Schnellofen", einen tragbaren, spiritusbetriebenen Ofen zum Erwärmen kleiner Räume, vornehmlich auf Reisen, und ließ ihn patentieren. Irgendwie heinzelmännig …

Der Eintritt zum vorweihnachtlichen Wandeltheater ist wie immer frei, Startpunkt ist der Ziegenberg.